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Theaterstück - "Frühlingserwachen" PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 30. März 2007 um 19:14 Uhr
{ice 549 -thumb}Der DS Kurs der 13. Klasse unserer Schule hat am 27.03.2007 das Theaterstück "Frühlingserwachen" aufgeführt.

Veröffentlichung der Lausitzer Rundschau vom 30.03.2007, welche uns den Abdruck auf unserer Homepage freundlicherweise genehmigt hat. 

«Frühlingserwachen» im Ludwig-Leichhardt-Gymnasium

Die kalte Schulter des Lebens

Bereits im Treppenaufgang zur Schulaula, der Spielstätte im Gymnasium, weisen Probenfotos und informative Texte auf die Premiere der Tragödie «Frühlingserwachen» hin. Auch in der Aula selbst erlauben weitere Fotos einen kleinen Einblick in die Erarbeitung des etwa hundert Jahre alten Textes. Die Aufführung war zugleich Höhepunkt und Abschluss des Kurses Darstellendes Spiel im 13. Schuljahr.

In 16 Bildern erzählen die Gymnasiasten auf einer schwarz abgehängten Perspektivbühne Geschichten vom schwierigen Übergang zum Erwachsenwerden. Geschichten, die vor Frei- und Frühtod nicht Haltmachen, wenn das Leben Jugendlichen die kalte Schulter zeigt. Jedenfalls in ihrer Wahrnehmung. Die Themen sind aufkommende Sexualität, Jugendfreundschaften und schulischer Leistungsdruck.
Wedekinds Sprache, seine Begriffe und Ausdrucksformen klingen heutigen Ohren zuweilen ungewohnt. Gelegentliches Lachen im Publikum signalisierte die partielle Fremdheit. Aber die Inszenierung zielt auf die Gegenwart. Zumindest in Kostümen und Requisiten wird sie regelrecht herbeizitiert. Die Mädchen schminken sich und probieren Klamotten an, die Jungs fahren Skateboard und tragen Kapuzenjacken, und beim Protokollieren von Melchior Gabors Verhör wird schon mal ein Laptop eingesetzt. Der Arzt kommt mit dem handlichen Rot- Kreuz-Koffer, und über Ton ist heutige Pop-Musik zu hören.
Die Inszenierung trennt mit einer Pause säuberlich die Geschichte um den Freitod von Moritz Stiefel von der um den frühen Tod der Klassenkameradin Wendla Bergmann nach einer Vergewaltigung. Wie sich überhaupt die Strichfassung in sehr gedrängter Form bei allen Konflikten in Schule, Elternhaus und unter den Jugendlichen selbst auf den biologischen Aspekt und dessen moralische Folgen konzentriert.
Gespielt wurde mit nahezu beiläufigem Ausdruck, der Sprache ihr expressiver Gestus ausgetrieben. Szenische Einfälle wie Schattenspiel oder Waldambiente durch die Darsteller selbst regten die Fantasie des Zuschauers an. Das Publikum spendete nach jedem Bild reichlich Beifall.
Christina Selle, die Leiterin des Kurses Darstellendes Spiel, empfing nach Ende der Vorstellung den Dank der Kursteilnehmer. Eine halbjährige Probenzeit fand mit der leider auch einzigen Aufführung ihren gelungenen Abschluss. Der Ausgangspunkt, so Christina Selle, war der Anspruch, eine Inszenierung zu erarbeiten, in deren Mittelpunkt Jugendliche und deren Probleme stehen sollten.
Die ursprüngliche Idee einer Collage wich nach kurzer Probenzeit dem Wunsch nach einem richtigen ausgeschriebenen Theaterstück. Die Wahl fiel auf «Frühlingserwachen» , woraus im Rahmen der Collage ohnehin einzelne Szenen vorgesehen waren. «Es war» , sagt Christiane Selle rückblickend, «ein angenehmes, harmonisches Arbeiten mit zuverlässigen Darstellern, ein Arbeiten, bei dem der Spaß im Vordergrund stand» .
Die Besucher der Premierenvorstellung hatten es wohl auch so empfunden und sparten am Ende nicht mit Beifall.

Von Volkmar Weitze

 

Hier einige Bilder:

 

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