Japan 1998 PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 02. Oktober 1998 um 00:04 Uhr

Vom 25.8.98 bis 5.9.98 fand die erste

Kursfahrt zur Omiya High School statt.


Hier unser Bericht



Es geht los


Am 25.8., 7 Uhr morgens  beginnt unsere große Reise in Cottbus. Mit der Bahn fahren wir bis zum Berliner Ostbahnhof, der mehr einer Baustelle gleicht. Per Bus nach Tempelhof gebracht, heißt es warten auf den Zubringerflug nach Brüssel. Die deutlich spürbare Aufregung läßt die Zeit aber nicht lang werden und die kleine Maschine vom Typ Avro RJ 85  startet pünktlich, so daß wir anderthalb Stunden später wohlbehalten zum Transitstop landen. Der nächste Flug wird uns mehr Geduld abverlangen, denn der Airbus A340 braucht immerhin 12 lange Stunden von Brüssel bis Tokyo. 



Der 1. Tag

Hoch über den Wolken und Japan ein ganzes Stück näher können wir nach einer sehr kurzen Nacht einen wundervollen Sonnenaufgang über Sibirien erleben. 10.08 Uhr (Tokioter Zeit) am Morgen des nächsten Tages steigen wir zerknautscht von der Enge (wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was wirkliche Enge bedeutet, denn die lernt man nur in Tokios U-Bahn zur rush-hour kennen) in Narita aus und werden gleich nach der „immigration-procedure“ herzlich empfangen. Mr. Inomata (der Schulleiter), Mrs. Yamaguchi (stellvertr. Schulleiterin) Mr. Hara und Mr. Watanabe (zwei uns wohlbekannte Lehrer vom Besuch im letzten Jahr ) und einige Schüler sind sichtlich erfreut, uns begrüßen zu können. Mit einem (zum Glück klimatisierten) Bus geht es dann über Tokios chronisch verstopfte Straßen Richtung Omiya. Erster Haltepunkt: Mittagessen, natürlich traditionell an 30 cm hohen Tischen ohne Stühle. 1000 Kleinigkeiten, wunderschön angerichtet, warten darauf, von ungeübten europäischen Fingern mit Stäbchen verzehrt zu werden. Anschließend folgt eine kleine Tour durch Omiya, deren Höhepunkte die Besichtigung des Hikawa-Schreins und der Besuch im Museum der Stadt sind. Der Tag klingt mit einer Welcome-Party japanischen Stils aus, das heißt mit einem hervorragend zubereiteten gemeinsamen Essen, Begrüßungsansprachen, Gast- und Gegengeschenken sowie diszipliniertem Ende. 






Der 2. Tag


6 Uhr - Wecken! Deutlich wird uns bewußt, daß das hier keine Urlaubsreise ist. Dank ständig laufender Klimaanlagen haben wir sehr gut geschlafen, denn die Außentemperatur sinkt auch nachts kaum unter 30 Grad, verbunden mit einer Luftfeuchtigkeit, die ständig Assoziationen an ein Treibhaus hervorruft. Nach einem erstaunlich europäischem Frühstück starten wir gespannt zum ersten Kennenlernen einer der großen historischen Stätten Japans, Kamakura. Zunächst bedeutet das, hinzukommen. Glücklicherweise begleiten uns zahlreiche Schüler der Gastschule, sonst hätten wohl einige von uns im Gewimmel der -zigtausend U-Bahnbenutzer hoffnungslos den Anschluß verloren. 
Kamakura zählt 170000 Einwohner, liegt an der Sagami-Bucht und besitzt 65 Tempel und 19 Schreine. Größte Attraktion ist aber ohne Zweifel der Daibutsu („großer Buddha“). 13 m hoch aus 100 Tonnen Bronze begrüßt er uns in friedlicher und gelassener Haltung. Unsere Schüler besuchen in gemischten deutsch-japanischen Gruppen mehrere Schreine, unter anderem den Zeniarai-Schrein. Dort können Wünsche für das Erhalten und Wachsen der Familie vorgebracht werden. Auch gibt es eine praktische Quelle für das Waschen von Geld, welches sich danach vermehren soll. 
Zwischendurch gibt es Taifun-Warnung. Dieser macht sich abends auch bemerkbar; es schüttet wie aus Kannen! So wird der Weg zum abendlichen Volleyballspiel in der Halle der Omiya High School zur erfrischenden Dusche. 
Wo sind wir überhaupt untergebracht? Sehr komfortabel in der Yamaboshi-Hall. Dies ist ein Nebengebäude der Schule mit allem Komfort für Gäste. Yamaboshi ist eine Blume und als solche das Wappen unsrer Partnerschule. 
Eine besondere Überraschung gibt es noch am späten Abend, dank der japanischen Physik-Kollegen. Am Vortag herrschte nämlich das blanke Entsetzen aller Videofilmer aufgrund einer Netzspannung von 110 V (wir waren auf 220 V vorbereitet). Ein Experimentiertrafo mit selbstgefeiltem Adapterstecker löst das Problem der nicht funktionierenden Ladegeräte.. 



Der 3. Tag

Regen, Regen, Regen. Obwohl der Taifun uns zum Glück nicht direkt trifft, ist der Tag in dichtes Grau gehüllt. Unseren  Bus umgibt die Nässe wie ein Schleier.Das Verkehrschaos ist bedingt durch einige Straßensperren unbeschreiblich. Nichtsdestotrotz sind wir auf dem Weg zur Otaki-Green-School und machen die Erfahrung, daß auch eine japanisch-exakte Planung nicht immer einzuhalten ist. Das wunderbare traditionelle Mittagessen wird verspätet eingenommen und der Besuch im Naturkundemuseum der Präfektur Saitama muß gekürzt werden. So bleibt aber noch Zeit, um nach der Ankunft in Otaki ein reichliches Barbecue (natürlich mit Reis) zu veranstalten. Weitere Zutaten: Nudeln, hauchdünnes Rindfleisch, Pilze und Gemüse. Zum Glück ist der Platz überdacht und so steht der Schlemmerei, gemeinsam mit Schülern und Lehrern unserer Gastschule, nichts im Wege. Auch die Schüler, die in Kürze die Gastgeberrolle beim Home-Stay übernehmen werden, sind dabei. Zum Glück „stimmt die Chemie“ und wir hoffen, daß der Aufenthalt bei den japanischen Familien ein Erfolg wird. 




Der 4. Tag






Nach dem Volleyballspiel am gestrigen Abend haben alle gut geschlafen. Das Frühstück kann uns keine Überraschung mehr bieten (Reis), wohl aber ein Ereignis danach. Beim Packen der Koffer wackelt plötzlich der Boden. Manche können’s gar nicht glauben, wir haben unser erstes Erdbeben erlebt. Es bleibt aber bei dieser Kostprobe und wir gehen zum Do-it-yourself-Kurs :“Japanische Nudeln“. Diese unterscheiden sich in der Anfertigung nicht sehr von den europäischen. Die schweißtreibende Arbeit und das anschließende gemeinsame Essen (natürlich mit Stäbchen) schmieden aber deutsch-japanische Nudelteams zusammen. 
Der Rückweg nach Omiya wird vom Regen begleitet. Schade, denn die  Berglandschaft läßt sich so nur erahnen. Wir besuchen noch Kawagoe, eine Stadt mit einem herrlichen Tempel und einer Süssigkeiten-Gasse. In den Tempelanlagen sind Gärten als kunstvolle Symbole für religiöse Vorstellungen des Lebens geschaffen worden. Weiter geht’s im Bus und die sonst so ausgelassene Stimmung weicht ängstlicher Stille. In einer halben Stunde ist Abschied von der Gruppe angesagt, der Home-stay beginnt. Jeder hat zwar die komplette Adressenliste, es gibt Notfalltelefonnummern und denkbare Zwischenfälle sind besprochen worden, dennoch beschleicht die meisten das beklemmende Gefühl, für die kommenden Tage auf sich allein gestellt zu sein. Zum letzten Mal werden japanische Vokabeln gepaukt. Wir kommen in Omiya an -es gießt in Strömen- und trennen uns. 



Der 5. Tag




Jeder Teilnehmer der Reise verlebt den nächsten - freien - Tag individuell mit seiner Gastfamilie. Die meisten besuchen Tokio. Wenn auch hoffnungslos verbaut, chaotisch und riesengroß sind dort doch reichlich Attraktionen zu finden, wie zum Beispiel:

- das historische Asakusa
- der Kaiserpalast (leider nur von außen zu besichtigen)
- das Hochhausviertel Shinjuku mit dem zweitürmigen Rathaus.
Ein kostenloser Rundblick aus dem 45. Stock ist täglich -auch sonntags- möglich.
- das Einkaufsviertel Ginza mit unter anderem 7 riesigen Kaufhäusern, weltstadtgemäß jeden Tag bis mindestens 22 Uhr geöffnet.






Der 6. Tag


Der Vormittag gehört noch den Familien, am Nachmittag heißt es: Besuch beim Gouverneur der Präfektur Saitama. Aufregung pur, aber alles ist halb so schlimm. Mr. Tsuchiya kann mit Jugendlichen umgehen, spricht zwar lange, findet aber die richtigen Worte für unsere plötzlich schüchternen Schüler. Eine professionelle Dolmetscherin steht uns zur Seite, so daß endlich einmal die Rede in Deutsch gehalten werden kann. Zum Abschied Foto-Termin im Garten, jeder einzeln und die ganze Gruppe. Ach ja, Geschenke werden natürlich auch getauscht. 



Der 7. Tag




1. September, Schulanfang in Japan. Unsere Schüler erleben zum Teil recht drastisch einen japanischen High-School-Weg. Sehr frühes Aufstehen, zum Bahnhof laufen, 30-50 Minuten Bahnfahrt (wie in einer Sardinenbüchse, man glaubt der Zug ist voll, trotzdem passen auf jeder Station noch -zig Menschen ‘rein). Vom Bahnhof Omiya sind es nochmal etwa 20 Minuten zu Fuß bis zur Schule. 
Aber der 1. Schultag ist locker, zunächst wird die Schule gründlich gesäubert. Für unsere Schüler ein seltsamer Anblick, 16-jährige Jungs beim Großreinemachen im Klassenraum und auf dem Flur. Dann, um 10 Uhr die große Zeremonie. 1300 Schüler in der Turnhalle ordentlich angetreten, gemeinsames Singen der Schulhymne, Begrüßungsworte des Direktors, anschließend werden wir allen vorgestellt. Eine Rede (die wievielte eigentlich?) und dann ist die erfreulich kurze Veranstaltung schon vorbei. Die japanischen Schüler probieren ihre Klubs schon mal aus und nach dem Mittag gibt es ein  geplantes Meeting zwischen deutschen und japanischen Schülern. Auch die Lehrer treffen sich -spontan- etwas später. Wir sind heute zu Gast bei den Englisch-Kollegen. Es gibt -wie unter Lehrern üblich- keine Verständigungsschwierigkeiten. Wir erfahren eine Menge über die Omiya High-School, über Klassenfrequenzen (40-45), Pflichtstundenzahlen (15-17), und die kleinen Problemchen, z. Bsp. Rauchen auf dem Schulgelände, was extrem selten vorkommt. Als Strafe erhält der betreffende Schüler dann einige Tage Schulverbot und einen riesigen Berg Aufgaben, die er nach dieser Zeit abzugeben hat. Schulgeld ist üblich, die Höhe liegt etwa bei umgerechnet 60-70 DM monatlich. Es gibt aber Härtefallregelungen. Außerdem müssen sämtliche Bücher selbst bezahlt werden.






Der 8. Tag




Unser letzter und vielleicht schönster Ausflug. Es geht nach Nikko eine der prächtigsten Tempelanlagen Japans. Der Toshogu-Schrein wurde im 17. Jahrhundert zu Ehren des Shoguns Tokugawa Ieyasu errichtet. Dessen Prunk ist aber eher untypisch für sonstige japanische Heiligtümer, deren Schönheitsideal in schlichten Formen und Farben gesehen wird. Weltbekannt ist die Holzschnitzerei mit den 3 Affen, die das Böse nicht sehen, nicht hören und nicht sagen wollen. Nach einem oppulenten Mittagsmahl fahren wir über Serpentinen zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, dem Kegon-Wasserfall, zu dessen Fuß man mit einem Fahrstuhl gelangt. Der weitere Verlauf der Fahrt führt am Ufer des Chuzenji-Sees entlang. Gut vergleichbar sind See und Umgebung mit dem Gardasee. Der späte Nachmittag wird mit „Freude“ erwartet, denn eine Wanderung steht auf dem Programm. Diese wird aber zum Erlebnis, denn eine solch eigenartige sumpfige Hochebene kannte keiner der deutschen Schüler. Der Weg führt größtenteils auf Bohlen durch Buschwerk und über Hochmoorflächen. Der Sage nach fand sich auf diesem von Bergen umrahmten Plateau vor langer Zeit eine geheimnisvolle Schlacht statt. 
 Nach kurzer Busfahrt erreichen wir unsere Herberge für die Nacht, diese Herberge ist mit allem Komfort ausgestattet, hat Tatamimatten im Zimmer und japanische Kleidung im Schrank - wir sind in einem Ryokan, der traditionellen Form des japanischen Hotels. Die Belegschaft hat sich komplett in der Eingangshalle zum Empfang aufgestellt, das Piano spielt und die Chefin heißt uns willkommen. Nach dem erstklassigen Essen (natürlich traditionell) wartet für den Abend zur Entspannung das Thermalbad auf uns.




Der 9. Tag

Leider müssen wir diesen feudalen Ort schon wieder verlassen. Auf der Rückfahrt nach Omiya besuchen wir eine Töpferei, jeder von uns kann seine Phantasie in Ton formen. Erstaunlich, was für ein Künstler in manchem steckt. Noch vor Weihnachten sollen uns die fertig gebrannten Stücke per Post erreichen. Auf der Weiterfahrt macht sich das Nahen der Region Tokyo durch ständig dichter werdenden Verkehr bemerkbar, aber ausnahmsweise nutzen unsere Schüler die Zeit nicht, um den Nachtschlaf nachzuholen. Japan-typisch ist neben der satellitengesteuerten Positionsbestimmung auch ein Karaoke-Generator an Bord des Busses. So flimmern über die Busbildschirme bunte Bildchen und der Text der gewünschten Lieder. Musikbegleitung im Keyboard-Sound gibt’s auch. Der Spaß ist riesengroß, da sowohl japanische als auch englische Texte im Angebot sind. Die größeren Gesangstalente finden sich auf japanischer Seite.



Der 10. Tag


















Schultag, die tägliche Odyssee mit der Bahn kann zum letzten Mal „genossen“ werden. Unsere Unterrichtswünsche wurden gut berücksichtigt, und so starten wir 8.50 (Unterrichtsbeginn) in         verschiedenen Fächern. Neben reinen Interviewstunden (Fragen an die deutschen Gäste) gibt’s auch richtigen Unterricht und der dauert 40 min (zum Eingewöhnen nach der Ferienpause, sonst sinds 50). Etwa 40 Schüler sind in jeder Klasse, in den Spezialkursen (Mathe/Physik) nicht ganz so viel. Es herrscht jedoch weniger Enge als in typischen brandenburger Gymnasialklassen, da die Räume entsprechend groß sind und jeder Schüler seine eigene Bank hat. Die Anfängerklassen sind meist nach Geschlechtern getrennt (dies ist aber eine Besonderheit dieser Schule), weiter oben sind eher gemischte Gruppen anzutreffen. Weiter oben ist dabei ganz wörtlich gemeint, da jede Etage einer Jahrgangsstufe gehört. 
Was sahen wir so? 
Englisch: viel Wert wurde auf Vokabelwissen und verstehendes Hören gelegt, Kommunikationsfähigkeiten waren von eher untergeordneter Bedeutung. 
Mathematik: mit einem aufregenden Tempo. Dank vieler Tafelskizzen konnte der Unterricht auch ohne große Sprachkenntnisse gut verfolgt werden. In 40 Minuten wurden Irrationale  Zahlen eingeführt, das Bogenmaß und die Winkelfunktionen wiederholt. Parallel zum Lehrervortrag waren Aufgaben zu lösen, und hin und wieder Fragen zu beantworten . 
Informatik: gearbeitet wurde mit Basic. Die Ausstattung des Raumes ist hervorragend, jeder hat einen Rechner zur Verfügung. 5 Rechner bilden die Reserve. Die 17-jährigen Schüler lösen verhältnismäßig einfache Aufgaben mit Hilfe eines Arbeitsblattes. Parallel dazu gab es 40 Minuten Lehrervortrag. 
Kochen: Ein angenehmesFach.Die Form des Unterrichts bietet vielfältige interessante Aspekte, zum Beispiel ein Flußdiagramm zur Herstellung eines Reisgerichts. Die Stunde war für uns sehr praktisch, da der „Unterrichtsstoff“ am Ende aufgegessen werden konnte. 
4 Stunden Unterricht bilden das Vormittagsprogramm, 12 Uhr ist erst mal für 45 Minuten Mittagspause. In der Mensa kann man ein günstiges Mittagessen bekommen. Nach 12.45 Uhr kommen noch Stunde 5 und 6. 
Wir besuchen Kalligraphie und werden sorgfältig im Zeichnen eines Kanjis unterwiesen. Vorbereitung, Erklärung und Übung verschlingen viel Zeit, am Ende ist der Lehrer jedoch mit den meisten abgelieferten Arbeiten halbwegs zufrieden. 
Nach der 6. Stunde ist generell Schluß und ca.15 Uhr beginnen die Klub-Aktivitäten, also eine Art Arbeitsgemeinschaftstätigkeit, die die Schüler im allgemeinen nicht wechseln. Von Tennis über Schwimmen (eigenes Becken), Baseball, Gitarre bis zum Fotolabor reicht das Spektrum. Der Besuch ist freiwillig, aber deutlich erwünscht und 90% der Schüler nutzen die Angebote. Ein Lehrer ist jeweils dabei, dieser führt jedoch mehr Aufsichtsfunktion aus, im wesentlichen sind die Klubs durch Schüler selbst organisiert. Tägliches Ende ist - je nach Jahreszeit und manchmal auch nach Lust der Teilnehmer etwa 17- 18 Uhr. 
Im Anschluß geht’s nach Hause, auch im Sommer in völliger Dunkelheit, da aufgrund der geographischen Lage die Dämmerung sehr kurz ist. 18.30 Uhr ist es stockfinster (keine Sommerzeit). Dieser Tag, leider der einzige „richtige“ Schultag unserer Reise, ist sicher der eindrucksvollste und korrigiert so manche Vorstellung. 
Da ist der Schultag, ungewohnt lang, darauf sind wir vorbereitet. Allerdings ist von Unruhe oder Hektik, wie bei uns verbreitet, wenig zu spüren. Schüler wie Lehrer treffen innerhalb einer großen Zeitspanne am Morgen ein. Einige Kinder lernen schon im 
Klassenraum oder in der Bibliothek, andere spielen erst einmal eine Runde Tennis. Der reine Unterrichtstag ist mit 6 Stunden nicht zu lang und daher gut zu ertragen. Die Klubaktivitäten danach sind recht locker selbst-organsiert und machen offensichtlich Spaß. Kaum einer drängt sich danach, möglichst schnell vom Schulgelände wegzukommen. 
Danach stehen natürlich 90 Minuten (und mehr) Heimfahrt auf dem Programm, diverse häusliche Verpflichtungen und - Hausaufgaben. Dort gibt es die Alternative, sie abends um 9 oder morgens um 5 zu erledigen. 
Der Unterricht selbst besteht zu 90% aus Lehrervortrag mit einigen Zwischenfragen. Der Lernwille der Schüler ist bei weitem nicht durchgängig positiv. Die meisten versuchen zwar, dem Vortrag zu folgen und gleichzeitig die häufig verwendeten Arbeitsblätter auszufüllen. Aber auch fachfremde Hausaufgaben werden noch erledigt und es sollen sogar einige schlafende Schüler gesichtet worden sein. Das störte aber (wegen der Gäste?) niemand. Das Hausaufgabenpensum, insbesondere über die Ferien, ist enorm 
Die Juku’s (private Schulen mit unterstützendem Charakter) spielen vor allem in der aktiven Prüfungsvorbereitung, zum Beispiel vor dem Wechsel von der Junior High School zur Senior High School, eine Rolle. Dort leisten sie aber massive Examenshilfe. Das bedeutet dann für die betreffenden Schüler zusätzliche Belastungen am Wochenende und in den Ferien, mitunter täglich. Für die Eltern bedeutet es eine erhebliche finanzielle Belastung. 
Unser letzter Tag endet, wie letzte Tage zu enden pflegen, mit Reden, Geschenken, einem netten Programm unserer Schüler und mancher Abschiedsträne. Alle bedauern es, daß die Tage zu schnell vergangen waren. Das durch die japanischen Gastgeber organisierte Programm war hervorragend.



Der letzte Tag


ist nur noch ein japanischer Morgen mit herzlicher Verabschiedung auf dem Flughafen Narita. Vorher erfolgt bereits die „Trennung“ von 2 Schülern des Leichhardt-Gymnasiums, die bis Januar in Omiya bleiben werden. Und wieder heißt es: 12 Stunden sitzen bis Brüssel, 1 Stunde bis Berlin. Da wurde doch die Freude auf’s Ankommen und die Heimat sichtbar. Völlig k.o. dann die Ankunft in Tempelhof, wo Eltern und Schulleiter schon bereitstanden.




Die Teilnehmer


Kristin Bräunig, Jana David, Nicole Dinger, Anja Gross, Daniela Hahnfeld, Susanne Jahn, Ramona Kaiser, Anka Laschewski, Madeleine Schönherr, Teresa Schulze, Robert Siewert, Benno Woskowski, Guido Geißler, Eva Sickert,   Romy Klausnitzer, Frau Schönherr, Herr Schiffmann
 
 
Bilder finden Sie hier.
 


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